Hamburg, Boch

Nachdem mich bereits ein Kollege darauf hingewiesen hat, daß auf meinem Blog ja nicht so viel los sei, will ich endlich mal ein paar Sachen schreiben.

In Hamburg bin ich in der WG von Menschen aus dem ehemaligen Landesvorstand der Hamburger Falken untegekommen: Alexej, Elke, Harald und Doris (die in der Falken-Kita arbeitet). Dort wohne ich momentan noch im gemeinsamen Arbeitszimmer von Elke und Harald. Die WG ist in einem Gartenhaus (das ist Hamburgisch für “Hinterhofhaus”), das zu einer alten Bäckerei gehört, die wohl über Groß Borstel hinaus einen super Ruf hatte, als es sie noch gab. Das Haus ist jedenfalls der totale Knaller, wie cr sicherlich bestätigen wird. Zu den herausragenden Features des Hauses gehört – neben den super-netten Menschen, die darin wohnen – die 6-MBit-Internet-Flat, die große Küche, die beiden Badezimmer mit Fußbodenheizung, der Kamin, zwei Espressomaschinen und nicht enden wollende Kaffee-Vorräte (die Leute hier bestellen monatlich einen Doppelzentner bei El Rojito). Ach so: “Boch” heißt hier das WLAN – abgeleitet von “Borsteler Chaussee”. Alexej hat ein Faible für coole Namen.

Der Weg von der Boch zur Arbeit führt mich an unglaublich schönen Jugenstil-Wohnsilos vorbei, die sich hinter großen Bäumen verstecken. Wohnsilos: Gemessen am Standard-Haus im Pott sind die Häuser in (den westlichen Stadtteilen von) Hamburg wesentlich größer, aber auch schöner. Wobei “schöner” der Sache eigentlich Unrecht tut, weil das impliziert, daß Häuser im Pott wenigstens ein bißchen “schön” sind. Was sie natürlich nicht sind. Bis auf die fünf Jugendstil-Häuschen am Frohnhauser Markt vielleicht. Aber wenn es ein Celebrity-Deathmatch zwischen den Häusern in Hamburg und denen am Frohnhauser Markt geben würde, würde ich mein Geld auf Hamburg setzen.

Etwas später führt mich der Arbeitsweg dann durch St. Pauli, Karoviertel, Sternschanze und an den Landungsbrücken vorbei. Bei dem Wetter momentan kann man morgens um acht ziemlich gut an den Landungsbrücken frühstücken. Es ist noch nicht viel los, die Touries sind noch im Hotel und als immer-noch-halber Tourist ist der Hafen wirklich interessant. Abends mache ich ab und zu noch einen Abstecher in die Sternschanze, um dort bei hin&veg einen vegetarischen Burger zu essen, Anna im Croque-Laden zu besuchen oder mich mit ner Bionade und einem Buch an die alte Rinderschlachthalle zu setzen.

Am Sonntag werde ich nach Eppendorf umziehen. Dann werde ich selbst in einem dieser Jugendstil-Wohnsilos wohnen und es deutlich näher zur Arbeit haben. Wie es da ist, werdet Ihr dann lesen können.

One Response to “Hamburg, Boch”

  1. Christian Says:

    Die Europäischen Internetverbindungsraten bringen mich ja manchmal zum Schmunzeln… M. schreibt hier von “herausragenden 6MBit” und irgendwo habe ich letztens Werbung für 14MBit Leitungen gesehen (1&1?). Dann glaube ich, dass bei golem oder so stand, dass die Telekom sich langsam an die 50MBit rantasten will, was aber noch dauert.

    Ich muss deshalb schmunzeln, weil ich hier schon seit Monaten mit üppigen 100MBit am Netz hänge und dafür noch nicht mal nen Telefonanschluss brauche. Das Ende der Fahnenstange ist das aber noch nicht, ich weiß gar nicht genau bis wieviel MBit maximal die NTT die Tokyoter so versorgen kann.

    Naja, es ist ja leider schon vorraus zu sehen, dass ich bald wieder mit 2MBit im deutschen Netz sein werden. Kommt mir vor wie ein Schritt Richtung Steinzeit… 98% Leistungsunterschied von Japan nach Deutschland…