Getting Things Done

Ich bin einer von den Leuten, die ihr Leben gerne unter Kontrolle haben. 1998 dachte ich, daß mir mein neuer PalmPilot Professional helfen wird, die Anforderungen von Familie, Uni, Job, Ehrenamt, Privatkram und Hobbies zu managen. 1999 wußte ich, daß der PalmPilot zwar cool ist, aber im Grunde auch nur ein Kalender mit TCP/IP.

Während meiner Diplomarbeit bin ich dann durch eine Reihe von Vermeidungsstrategien (Henrik, ein Doktorand, hatte von der SIGIR 2004 das Handout zum Tutorial von Marti Hearst mitgebracht, darin wurde Audible vorgestellt, Audiobooks hörte sich interessant an, ein Buch wollte ich kaufen und habe dann in der Auswahl gestöbert) auf David Allens “Getting Things Done” gestoßen. In dem Buch geht es um die planmäßige Verwaltung der Aufgaben und Projekte, die man managen muß, wenn man seine ganzen Dinge geregelt kriegen will. Die grundsätzlichen Ideen von Allen sind:

  • die Anzahl der Eingänge von Aufgaben auf möglichst wenige konzentrieren (z.B. nur ein Posteingangskorb),
  • diese Quellen regelmäßig leer arbeiten – und wenn das nur heißt zu gucken, was man machen muß,
  • über alle Projekte und Einzelaufgaben mittels Listen buchführen,
  • für wiederkehrende Aufgaben Checklisten benutzen und weiterentwickeln.

Allen schlägt darüber hinaus vor, wöchentlich durch alle Listen, Projekte und vergangene und kommende Kalendereinträge durchzugehen und zu gucken, was als nächstes anliegt.

Seit Herbst 2004 wende ich Allens Methode an und finde sie super. Man kann sich kaum vorstellen, wie entspannend ein leerer Posteingang ist und das Wissen, daß alle Dinge, die man erledigen muß, in einer der Listen auftauchen oder im Kalender. Kein “oh, für den Termin morgen hätte ich noch dies und das vorbereiten müssen” mehr, kein “hätte ich doch neulich Kaffee mitgebracht” mehr, kein “ich hoffe, in dem Stapel da sind keine wichtigen Rechnungen” mehr. Menschen, die ein Leben aus unterschiedlichen Verantwortlichkeiten selbst managen müssen, kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Der einzige Nachteil ist, daß Unzuverlässigkeit bei anderen Menschen noch mehr nervt.

Die deutsche Ausgabe von David Allen heißt “Wie ich die Dinge geregelt kriege” und ist erschienen bei Pieper. Den englischen Titel finde ich allerdings wesentlich besser: “Getting Things Done” – und auch diesen Titel bekommt man bei Amazon. Nur ein Tip: besorgt Euch nicht das bei Audible erhältliche gekürzte Hörbuch. Die Methode ist recht komplex und ich bin nicht umhingekommen, mir erst diverse Schaubilder zu malen, Checklisten zu schreiben, um mir dann die Papierausgabe zu besorgen.

Nachtrag 26.3.07: Ebenfalls nicht zu empfehlen ist Allen’s “Ready for Anything”. Das Buch besteht größtenteils aus Beispielen für Methoden aus Getting Things Done und taugt weder als Ergänzung und schon gar nicht als Ersatz für Getting Things Done.

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